Fahrt nach La Solana, Spanien, April 2019

Seit September 2017 gibt es das Wahlfach Erasmus Plus an unserer Schule. Das ist ein Förderprogramm der EU, das verschiedene Austauschmöglichkeiten für Schulen in Europa ermöglicht. So konnten einige von uns Schülerinnen und Schüler, die das Wahlfach mit dem Thema „Our daily bread – Unser tägliches Brot“ belegen, gemeinsam mit Frau Winner und Frau Dr. Langenhorst vom 05.-12. April 2019 kostenfrei unsere Partnerschule in La Solana besuchen. Die erste Nacht verbrachten wir in einem kleinen Hotel in Madrid und konnten uns so am nächsten Tag die Hauptstadt Spaniens besichtigen. Natürlich gingen wir da auch shoppen und probierten das typische spanische Gebäck “churros“. Abends trafen wir die Gruppen der weiteren Partnerschulen aus Rumänien und Italien, mit denen wir gemeinsam nach La Solana weiterfuhren. Dort wurden wir herzlich von den verschiedenen Familien in Empfang genommen, die uns in der Zeit dort beherbergten und gleich den ersten Abend auf vielfältige Weise für uns gestalteten. Ich beispielsweise war auf einem Junggesellenabschied und habe dort die typischen Gerichte „Tortilla“, „Gazpacho“ und „Paella“ gegessen. Alles war wirklich sehr lecker! Die daraufhin folgende Woche sah sehr bunt aus. Am Montagvormittag lernten wir die Schult vor Ort kennen und die verschiedenen Schülergruppen präsentierten einander ihre erarbeiteten Projektergebnisse rund ums Thema Brot und den Anbau von Getreide. Nachmittags besuchten wir eine kleine Mühle, eine regionale Bäckerei und wurden von den ansässigen Schülern durch die Stadt geführt, wobei sie uns die lokalen Sehenswürdigkeiten toll erklärten. Schließlich wurden wir sogar vom Bürgermeister empfangen und reich beschenkt. Am Dienstag sind wir alle nach Toledo gefahren und durften diese einzigartige Stadt und ihre besondere Geschichte kennenlernen. Nachmittags besichtigten wir noch historische Windmühlen, die an Don Quijotes Geschichten erinnerten. Mittwoch stand ein ganz besonderer Ausflug auf dem Programm: Im Naturpark Ruidera standen alle Zeichen auf Sport und wir konnten uns beim Wandern, Mountainbiken, Rudern und Stand-up-Padelling verausgaben. Gleichzeitig genossen wir die herrliche, in Europa einzigartige Landschaft mit türkisfarbenen Seen, besonderen Felsformationen und seltener Vegetation. Das Wetter war uns zwar nicht durchgehend wohlgesonnen, nichtsdestotrotz hielt sich die gute Stimmung auch bei Regen auf dem Wasser. Den Donnerstagvormittag verbrachten wir erneut an unserer Partnerschule, spielten traditionelle Spiele und tanzten landestypische Tänze, machten Erinnerungsfotos und hatten eine Abschlusssitzung, bei der jeder eine Teilnehmerurkunde erhielt und anschließend eine Abschlussfeier mit Unmengen an typisch spanischem Essen.

Freitag mussten wir uns bereits wieder von unseren neuen Freunden verabschieden, was uns sehr schwer fiel, weil die Familien uns alle so nett aufgenommen hatten und wir eine tolle Gastfreundschaft erleben durften. Auf der Fahrt waren dann zuerst alle sehr traurig, doch konnten wir uns gegenseitig ein wenig aufmuntern und so ging es bald wieder etwas besser.

Aufgefallen ist uns, dass der Tagesablauf in Spanien auch für Jugendliche ein wenig anders ist als hier bei uns: So sind wir unter der Woche meist ziemlich spät ins Bett gekommen, saßen oft gemeinsam abends bis 23 Uhr in einem Café und lachten und redeten viel miteinander. Dafür standen wir morgens aber auch später auf als hier in Deutschland und trafen uns oft zu einem gemeinsamen Frühstück in einer kleinen Bäckerei oder Churreria.

Das Wetter war während der gesamten Woche eher durchwachsen, doch die Fahrt war trotzdem ein wunderschönes Erlebnis, bei dem wir viel über lokale Brottraditionen und das Schulsystem in Spanien gelernt, neue Freunde gefunden und beeindruckende Orte gesehen haben.

Es lohnt sich also, beim Wahlfach Erasmus-Plus mitzumachen und an den Fahrten teilzunehmen. Deshalb empfehle ich jedem, sich anzumelden – es kann nur gut werden!

Erika Gross, Q11